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landgraf carl stiftung hessisches waisenhaus
1690

Gegründet

in Hessen

Die Geschichte

Historie & Gegenwart

Die Stiftung HESSISCHES WAISENHAUS ZU KASSEL, gegründet von Landgraf Carl (1670-1730), ist eine der ältesten des Landes Hessen. Wurde sie ursprünglich zur Beseitigung des „Gassenbettelns“ errichtet, indem sie Arme und Waisen unterstützte und beherbergte, so nahm sie sich bald allgemein auch der Pflege verwahrloster  Kinder und Jugendlicher an. In der Kasseler Unterneustadt wurden Ende des 17. Jahrhunderts dafür Gebäude errichtet und als „Reformiertes Waisenhaus“ und „Findelhaus“ ausgewiesen. Zeitweilig wurden dort aber auch altersschwache Personen aufgenommen, in Heimerziehung Jugendlichen eine Berufsaufbildung ermöglicht und Findelkinder untergebracht, für deren Pflege Ammen angeworben wurden.

Reformiertes Waisenhaus um 1920
1920

Reformiertes
Waisenhaus

Durch landesherrliches Rescript vom 30.1.1770 wurde die Hof- und Waisenhaus-Buchdruckerei ins Leben gerufen und der Stiftung angegliedert. Als Regierungsdruckerei, Bibel und Gesangbuchverlag hat sie bis 1995 bestanden.
Im Jahr 1943 wurde das "Reformierte Waisenhaus" in "Hessisches Waisenhaus" umbenannt.

Durch die Zerstörung Kassels am 22. Oktober 1943 wurde der die Unterneustadt prägende Gebäudekomplex vernichtet. Da an einen Wiederaufbau in den folgenden Jahrzehnten nicht zu denken war, verlegte die Stiftung „Hessisches Waisenhaus“ ihre Aktivitäten auf die Betreuung streunender  und heimatloser Kinder, die im Bad Hersfelder Lager Waldschänke aus den Ostgebieten ankamen. In der als „Glimmesmühle“ bezeichneten Einrichtung wurden auch Kinder aus Heimen, die nach dem Krieg aufgelöst wurden und erste „Besatzungskinder“ in familienähnlicher Umgebung versorgt.

1945 bis heute

Der Neuanfang

Druckerei der Stiftung Hessisches Waisenhaus um 1960
1945 bis heute

Waisenhaus
Druckerei 1962

Im Jahre 1954 konnten im neu errichteten „Jugendwohnheim Wehneberg“ in Bad Hersfeld den ca. 60 Kindern ein  festes Zuhause geschenkt werden. Mit der veränderten Gesetzeslage wurde ab 1981 der Jugendheimbetrieb obsolet. Durch den Wiederaufbau der Kasseler Unterneustadt wurde dem „Hessischen Waisenhaus“ zugleich die Möglichkeit eröffnet, am Ort seiner Entstehung eine Kindertagesstätten- und Hort-Arbeit aufzubauen, die ständig weiter entwickelt wird.

Heute

Die Stiftung Hessisches Waisenhaus zu Kassel ist heute Trägerin moderner Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe auf Grundlage §§ 22–26 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz). In unserer Kindertagesstätte werden Kinder vom dritten Lebensjahr bis zu  ihrer Einschulung aufgenommen. Auch für Kinder unter drei Jahren sind Betreuungsplätze vorhanden. Auch besteht die Möglichkeit, behinderten  und von Behinderung bedrohten Kindern einen Kindertagesstättenplatz anzubieten. Darüber hinaus ist die Stiftung Hessisches Waisenhaus in der Lage, die Trägerschaft weiterer dem Stiftungszweck entsprechender Einrichtungen zu übernehmen. In der Tradition des hessischen Landgrafenhauses werden unsere Einrichtungen als evangelisch geprägte Häuser geführt. In diesem Geist ist es unser Bestreben, jedes einzelne Kind in seiner eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Alter und Entwicklungsstand, Sprachfähigkeit, Religion, ethnische Herkunft und individuelle Bedürfnisse der Kinder finden ihre Berücksichtigung. Als Träger der freien Wohlfahrtspflege sind die Stiftungseinrichtungen der Diakonie Hessen angeschlossen.